-------- Original Message --------
Subject: [n0name] n0name newsletter #52
Date: Thu, 28 Jul 2005 23:00:39 +0200
From: matze.schmidt@n0name.de <matze.schmidt@modukit.com>
Reply-To: n0name-owner@yahoogroups.com
To: <n0name@yahoogroups.com>

|<---------- Breite: 74 Zeichen - fixed font: Courier New, 10 ---------->|

n0name newsletter #52 Do., 28.07.2005 22:52 CET Unicodevers.

*Inhalt/Contents*

1. Editor(i)al
2. "ASCII-Flyer sind rot"
   Flyer, die ohne Papier und nicht ueber die Clubgarderobe per E-Mail 
   zu uns kommen, gehoeren in eine bestimmte Rubrik
3. Nick. _Roman_ (Fortsetzungsroman) Teil 17
4. Gaffa Tape Album? CD? Folder?
   Caplism Is In Da House

44 KB, ca. 8 DIN A4-Seiten

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19./20. august 2005
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1. 

Editor(i)al

Sind Chats nicht eigentlich der bessere Text?

Ali Emas
n0name

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Am Dienstag, dem 05.07.2005 wurde zeitgleich gegen 06:30 Uhr eine 
Hausdurchsuchung bei Mag Wompel (verantwortliche Chefredakteurin 
labournet.de), Wolfgang Schaumberg (Vorstandsvorsitzender des 
Traegervereins) und Ralf Pandorf (Redaktion und Vorstand), alle wohnhaft 
in Bochum, durchgefuehrt. Es wurden saemtliche Computer (Laptops, Server, 
Ersatzgeraete), viele CD-ROMs, Disketten und Teile des archivierten 
Schriftverkehrs beschlagnahmt.
http://www.labournet.de/ueberuns/beschlagnahme/index.html

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3.

Matze Schmidt

"ASCII-Flyer sind rot" 

erweiterte Version (inkl. original Lektoren- und Autoranmerkungen!)


Flyer, die ohne Papier und nicht ueber die Clubgarderobe per E-Mail zu 
uns kommen, gehoeren in eine bestimmte Rubrik, und zwar eine, die sie 
selbst sind. Damit sind sie aber nicht gleich blosz kuenstlerisch 
selbstreflexiv oder Accessoire fuer den Tekkie, weil angeblich digital. 
Digital sind sie nur, weil sie mittels digitaler Prozessierung 
auf erweiterten Schreibmaschinen hergestellt wurden. Was sie sind, ist 
ihre soziale Rahmung. M.a.W., ihr genuines Aktionsgebiet ist nicht der 
offizielle Katalog oder objektive Sammelband. Ihr Museum ist die 
ueberquellende Mailbox. Aber das, "was bleibt" (ist nicht der Katalog 
und schon gar nicht irgendein authentischer Ort, der ihnen zugewiesen 
werden koennte, weil sie meistens unterwegs sind), ist nicht das, was 
sie sind. Dieser temporale Identitaets-Konflikt, der fuer alle Objekte 
der theoretischen Anschauung gilt -- und im Begriff der Transitivitaet 
von der philosophierenden Kunstgeschichte rekuperiert worden ist -- 
naemlich im Moment von Beobachtung den blinden Fleck aus eben dieser 
Beobachtung zu erzeugen, distanziert generell alle Flyer von dem, was 
vulgaer mit Freud und Marx die analfixierte Akkumulation von Wert ist. 

Denn papierlose Flyer -- dem verbal-textuellen Chat verwand -- sind 
schneller, vielfaeltiger, wandlungsfaehiger, ephemerer als die 
Musealisierung. Das gilt uebrigens fuer alle Produktion, denn 
Musealisierung ist ja exaktementol Nicht-Produktion sondern 
Aufbewahrung. Flyer koennen zwar gesammelt werden, aber bei E-Mail-Flyern 
geht es um einen Mix aus Distribution und Zugriff. ASCII-Flyer sind ja 
quasi mit diesem endlosem OpenSource (OS) Kredit versehen, mal 
abgesehen von allen laufenden Kosten. D.h., wenn sie im E-Mailclient 
erscheinen, sind sie komplett, denn jedes ihrer Zeichen aus dem 
QWERTY-oder-was-auch-immer-Fundus ist direkt ohne Umwege ueber 
umstaendliche Remixfilter und diskret adressierbar, kann also 
ausgetauscht werden, was bedeutet, dass der gesamte Text umgeschrieben 
werden kann, eben weil ihr Code offen liegt -- "echte" E-Mail-Flyer 
sind also zuallererst ASCII- bzw. Text-E-Mails. Nicht so bei den 
E-Mail-Flyern, die als Attachments aus fixen GIFs oder PNGs geschickt 
werden und deren Elemente nicht diskret vorliegen; ein Remix / 
O, Remixkultur / kann hier nicht einfach auf die Bestandteile aller 
Ebenen zugreifen. ASCII ist struktural ... wenn man die ganze ohnehin 
verkuerzende Internetanschlussoekonomie mal beseite laesst und dass 
man diese elektronische Schreibmaschine braucht.

Ihr Status als quasi-OS ist aber auch ihre Aura, ihr Nimbus. Die 
ASCII-Graffity-Typos der NFOs (den Info-Dateien) der Cracker zeigen das. 
Du kannst es gerade noch lesen, aber eigentlich soll es schon kryptisch 
sein. Ihre Fluiditaet, die fuer alle digitalen Gueter gelten mag, und 
ihre endlose, kostenmaeszig gegen Null gehende Kopierbarkeit machen 
sie zum utopistischen Residuum im Zwischenbereich von Schrift und 
Sprechen. Texte, die Bilder sind und vice versa, sind hybrid, wie 
angeblich der Berliner Schluessel mit den zwei Baerten; soviel kann 
man von der Neuen Medientheorie lernen. Doch wie es scheint, sind 
E-Mail-Flyer mit der Rubrizierung "Mailart", mit "ASCII-art" und mit 
"Rebellion der Zeichen" zufrieden, und dieses Zufrieden-Sein ist das 
Problem. Das Problem ihrer _Rubrizierungs-Oekonomie_.

Wenn aber ihre Rubrizierung, sozusagen ihre »Abschnittisierung«, ihr 
Meta Cut-up, ihre Geschwindigkeit aber aus ihnen selber kommen sollen, 
dann haetten wir damit den Standard buergerlicher Kunst-Kategorisierung 
wieder erreicht und reproduziert, mit allen Subphaenomen wie Unterschied, 
Distinktion, Branding, Autonomie usw.: Kunst sei das, was auf sich selbst 
verweist und nichts ihr Aeuszerlichem verpflichtet ist, aber dennoch 
"Alles Andere" mit einschlieszt. Das ist das originaere 
gesellschaftsbezogene, aber die Autonomie der Kunst im 19. Jahrhundert 
formulierende "l'art pour l'art". Dabei predigen erfahrene ASCII-Meister 
wie Markus Gebhard, dass alle Inhalte durch ("dia") etwas, und grafisch 
("gramm") gesehen werden koennen, und dass es ein spasziges 
artisan-Handwerk ist, die Moeglichkeiten von Text mit einem Tool zu 
vergroeszern. So spricht der Erbauer des JavE (Java ASCII Versatile 
Editor), dem Freeware ASCII-Grafik-Editor auf der Basis des "Java Runtime 
Environment" von Sun:

    _____________________________________
  ,' create Ascii art !                  `.
 /  draw sketches for e-mails !            \
|  comment source code of programs !        |
| diagrams for visually handicaped people ! |
 \  ... !                                  /
  `._______  ____________________________,'
          /,'
      O  /'
     /|-
     /| (nach http://www.jave.de)

Mit diesem medialen Handwerk wird dem Nimbus das genommen, was fuer 
Punk Ende der 1970er das Diktum war, naemlich per Bedienungsanleitung 
und ihrer Missachtung das zu vollfuehren, was die Gentleman-Kuenstler 
des Kaiserlichen China genau nicht Hobby nennen konnten (weil denen 
nichts anderes blieb) und was echten Dilletantismus genau nicht ausmacht. 
Zeichen, die grafisch gegen ihren Auftrag, textuelle Syntax zu bilden, 
auf der Flaeche so verteilt werden, dass sie Gebilde bilden, klingt so, 
als wuerde jemand etwas gegen etwas verwenden. Das nennt man 
Widerstand. "Am schoensten sind die Flyer, die von Programmen erstellt 
wurden." Und die schlausten sind die, welche die Maschine die Arbeit 
erledigen lassen. Missachtung + Bedienungsanleitung der Missachtung.

--------------------schnipp--------------------

ASCII-Flyer = txt-Flyer. Der America Standard Code for Information 
Interchange (ASCII) bringt eine nonproportionale Schrifttype 
(fixed-pitch font) hervor, bei der die einzelnen Textelemente, die 
Buchstaben, sich nicht proportional zu ihren jeweiligen Nachbarn in der 
Zeile verhalten. Die Zeilenlaenge dieser gefixten Type laesst sich also 
deshalb perfekt kalkulieren, weil alle Zeichen absolut den gleichen 
Platzbedarf haben (uniform character width), was wichtig ist, um 
kohaerente grafische Figuren zeichnen zu koennen, die konvertiert in 
andere Schrifttypen sofort auseinanderfallen wuerden, was dann zu 
ueberraschenden Ergebnissen fuehrt, z.B. dem beruehmten Picasso-
Experiment mit abgebrochenen Nasen usw.
ICH KENN DAS BERUEHMTE EXPERIMENT NICHT – VIELLEICHT EIN SATZ ZUR 
ERLAEUTERUNG?
Das ist ein Insider-Witz & Allgemeinplatz zugleich: Picasso steht hier 
stellvertretend fuers An-Anatomische (im Sinn des Kubismus) und die 
Aufhebung der Ordnung, die fuer den ASCII-Stil und seine 
Typo-technische Grundlage, die universelle Kompatibilitaets-Matrix der 
immer gleichen Abstaende sozusagen, so verbindlich erscheint.

"It is a coding scheme which assigns numeric values to letters, 
numbers, punctuation marks, and other certain characters such as 
control codes. By standardizing the values for these characters, 
ASCII enables computers and computer programs to exchange information. 
ASCII is the basic coding system which computers use to communicate with 
one another."
ASCII-Texte sind kompakt, d.h. ihr Speicherplatzbedarf ist gering, und 
sie sind plattformuebergreifend: alle Betriebsysteme halten Editoren 
zum Lesen und Schreiben von ASCII-Texten bereit. Insofern ist ASCII 
universell, aber nicht universal, weil das Hervorbringen dieser 
nicht-grafischen Grafiken nicht alle Designs kolportieren kann. Aus dem 
Limit des Sets von 128 Lettern der ASCII-Tabelle und dem Bilderwunsch 
ergibt sich das technisch-mediale Programm der ASCII-Flyer. Was mit der 
Schreibmaschine nur durch diffizile Planung der Verteilung der 
Buchstaben auf dem Blatt Papier gelang, also durch Imagination, kann mit 
Text-Editoren, Word, am besten aber vielleicht mit dem E-Mail-Programm 
The Bat! im handmade-Modus durch reversiblen Versuch-und-Irrtum erzielt 
werden. Die Mailingsliste asco-o (http://www.o-o.lt/asco-o), deren 
A-Community einmal permanent ASCII-Flyer produzierte, funktionierte 
dagegen zum Teil ueber automatische Text-Zerhacker; der 
"unstable digest" von Florian Cramer, der via nettime 
(http://www.nettime.org) verschickt wurde (wird?), ist, Florian moege 
mir widersprechen, ein einziger ASCII-Flyer Flow. Denn der 
Informationsgehalt des Flyers liegt nicht per se in seiner lesbaren 
Information, sondern vor allem in seinen Auslassungen!

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Diese Form der kulturellen Produktion beinhaltet etwas, das man Symbol 
nennt, oder Signifikat/Signifikant, oder Allegorie. Die bestimmenden 
Wissenschaften reichen nicht hin, die Wirkmaechtigkeit visueller Texte zu 
fassen. Das "Unfassbare" der txt-Flyer liegt aber nicht in 
transzendentem Code, er liegt in ihrem undergroundigen Milieu als 
technisch-medialer Umgebung, in dem, was medientheoretisch mit 
Translation oder Uebertragung gemeint ist, in dem, was *Aneignung von 
Technik* meint. Alles was mit-geteilt werden soll, muss uebertragen und 
entziffert werden, sonst wuerde es nicht mitgeteilt. Es liegt in der 
Leistung dieser Produktion als immer unvollstaendigem Apparat eines 
Gedaechtnisses des Schreibens, das instantane Wirkung zeitigt. An dieser 
Stelle dieses Textes muszte es ja so kommen: Natuerlich sind ASCII-Flyer 
Kommunikationsguerilla. Oder Sport?

   O_
   /\|     
    /\/   
    \

Mit dem bequemen JavE Programm lassen sich á la Jackson Pollock 
zeichenhafte Verdraengungen gestalten und Reminiszenzen aufbauen, die den 
naturalistischen Konservativismus der internationalen ASCII-Art-Szene 
konterkariert. Verdraengt wird bei Pollock das Figurative, das fuer 
Flyer in ASCII die Abstraktionslust hervoruft, aus einer klugen 
raeumlichen Kombination von , \ \ \ ` . | \ eine Linie zu erkennen. 
Diese Abstraktion ist simpel, denn die Naehe der sinnentleerten Zeichen 
als Elemente der Tastatur bedingt ihre Konturierung. Der Kick entsteht 
beim Ver-Wenden und gleichsam ent-wendeten Zeichen, die 
Dekontextualisierung der Zeichen aus dem starren semantischen Geruest in 
die Verteilung im 2D-Raum. Informationsservice wird verweigert ...

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... oder zwischen Lesbar und Unlesbar verortet:

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 ,!!.|.!_`-._CALL 4 E-MAIL FLYER !;   (!.P'   ,. `-..  `,-'  \   `OL
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Der Konflikt, nicht das zu sein, wozu sie die Szene der Sammler und 
Maschinen des "Deep Storage", der Speichermedien und der rumorenden 
Archive bestimmen, ist ein technischer und ein kapitalistischer: 
Schreiben ist billig, Speichern ist billig, nur der Arbeitsspasz daran 
bleibt meist unbezahlt, weil er im Lohn schon inbegriffen ist. Das ist 
exakt das Dilemma der Free Software-Bewegung: Nur finanzieller 
Rueckhalt sichert freizeitliche Produktion. 
Ihre Ankunft per elektronischer Uebertragung ist aber zugleich ihre 
Zukunft, ihre technische Produktion determiniert ihre Lesbarkeit und, 
neben ihrem technisch-medialen Programm, ihren Stilhorizont. Die 
historische Beschraenkung der symbolverarbeitenden Maschine Computer 
auf eine Tabelle zur Um-Setzung von elektrischen Signalen auf 
kryptische Maschinensprache und weiter auf kulturell lesbare Schrift 
wirkt stilbildend. Aber diese Spezifizitaet uebertrifft nicht die 
Transform der *Ankunft* via elektronischer Post, die beim Lesen in 
ihre *Zukunft* umgewandelt wird, naemlich Bedeutung.

Dieser kleine DJ aus einem Entwurf fuer einen E-Mail Flyer einer 
Plug-in-Party in Berlin, der an seinem Laptop rockt, dessen Kabel 
"Tilde" heiszt, musz in Courier 10 gesetzt werden, weil er sonst nicht 
stimmt: NEIN! JEDE GROESSE GEHT! [wenn du exakt DIESEN stil willst, 
musst du 10 benutzen, sonst verliert es seine reinheit -> hochkomma 
(sehr kuenstlerisches argument, ich weisz!)

         'O'
         /_\
         '-'~

Solche textophil kennerischen Feinheiten, die der Kontrolle ueber die 
Uebersetzung und die Abschrift entstammen, ist nichts anderes als die 
Ueberwachung der Buecher seitens der Priester.Denn Textflyer haben den 
Vorteil, dass sie plattformuebergreifend funktionieren, sie gehoeren 
also, klassizistisch gedacht, ins """virtuelle""" Buch, das ein Metafile 
ist, so endloslang wie wirklich endloses Endlospapier. Die 
Aufschreibemaschine, das Kombinat aus Editor + Schreiber, macht dann per 
Copy+Paste mehr(Wert) daraus, was jene Spam-Autoren und -Rezipienten, 
die immer noch Text als Text und nicht auch als Textur (wie eine Tapete) 
lesen, leider noch nicht begriffen haben.

--------------------schnipp--------------------

Rubrik: spaetmhd. rubrik[e] "roter Schreibstoff", bezeichnete die in 
rot gehaltenden Ueberschriften, die in mittelalterlicher Handschriften 
und Fruehdrucken die einzelnen Abschnitte trennten.

--------------------schnipp--------------------

ASCII-Flyer sind im Idealfall rot, weil sie den Konflikt von Text und 
Bild und Machen nicht ver-weigern, sondern zeigen und ueberschreiten, 
nicht harmonisieren, sondern auf-teilen ... vielleicht auch mal 
irgendwann, was die buergerliche Angst vor Traffic, Spam und deren 
sogenannten Kostenverursachung angeht. Eine Gruppe, die "bad fame" 
heiszt, schert sich z.B. einen Dreck um das, was der regressive "Fame" 
bei Writern der Graffity-Szene heiszen mag, naemlich 'alternative 
Kulturproduktion', die sich veraesthetisieren laeszt und dann auch noch 
die Stilpolizei ruft. Das ist etwas, was die Flyer in der Mailbox erst 
noch lernen muessen, ihre Hygiene (Style) mit ihrem Auswurf 
(Produktionsverhaeltnis) in Beziehung zu setzen. Sie muessen vom 
Dialekt (dialektos), einem Sprach(Bild)system mit gewisser 
Funktionalitaet zur "dialektiké (téchne)"* werden. Damit waeren sie 
dann nicht mehr ein "Ist" als Zustand und Status Quo, sondern ein 
Verfahren der Gegensaetzlichkeiten und Widersprueche.
_____
* διαλεκτική (τέχνη) <- Wenn hier die griechischen Buchstaben wegen 
eines Konflikts zwischen Unicode und ANSI-Code NICHT zu lesen sind 
(ASCII, "American Standard Code for Information Interchange", ist ein 
ANSI-Standard) und z.B. so aussehen: "d?a?e?t??? (t????)" bitte hier 
nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik

28. August 2005


1. Fassung (ohne Erweiterungen) erschienen in: Mike Riemel. _Flyer 
Soziotope. Topographie einer Mediengattung_. Berlin: Archiv der 
Jugendkulturen, 2005. 600 Seiten Großformat 196 x 249, deutsch-englisch, 
2.500 Abbildungen, 40,- €

Buch Preview
http://www.flyersoziotope.net/Flyer_Soziotope_PROMO.pdf

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3.

Nick. _Roman_ (Fortsetzungsroman) Teil 17

Und das wabbelige Gruen wurde massiver und immer mehr, so dass es Roman 
bereits schwer fiel zu atmen.
Keine Chance zu entkommen?
Der Schleim war zu dicht, voller Codes ueberhaupt.
Roman schaffte es irgendwie, seine Zukunfts-Tastatur herauszuziehen.

Teil 18 im n0name newsletter #53

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4.

New Folder out NOW!

38317

38317gaffa-tape.gif
"Gaffa Tape Album? CD? Folder?"
http://www.n0name.de/gaffa_tape_album

1 Caplism Is In Da House
2 Gaffa Tape, Baby!
3 Ekonomy Hit Mann
4 Bohemian Biorhythmus
5 Freischwimmen
6 Vor 30 Jahren
7 Netzbomber
8 Riza
9 In My Room

MP3s also on http://www.n0name.de/radio/radiomp3.html
Homepage of the band www.38317.tk

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